Auf Drachenjagd
Das Dorf Waldesruh wird von einem Drachen heimgesucht. Die Dörfler taten sich zusammen und heuerten Drachenjäger an, um das Ungeheuer, dem sie den Namen Donnerschwinge gaben, zur Strecke zu bringen. Donnerschwinge taucht in regelmäßigen Abständen auf, stiehlt Rinder von der Weide, verwüstet die Felder und verbrennt ganze Häuser. Das muss aufhören, sonst steht dem Dorf ein schlimmer Winter bevor.
Hier kamen unsere Charaktere ins Spiel: Der Krieger Laron von Dunkelheide, die Magierin Eryn aus der tiefen See und der Jäger Leri vom Greifenforst traten an, um sich als Drachenjäger zu versuchen.
Wir sahen unsere Helden zum ersten Mal am Fuß des Berges, auf dessen Gipfel der Drache in der alten Ruine Sturmklippe sein Nest haben soll ...
Der Berganstieg
Ein schmaler alter Gebirgspfad führte an der Bergflanke entlang hinauf zur Ruine. Lasi, die treue Schäferhündin von Leri, kundschaftete den sichersten Weg aus, während Laron den Abschluss bildete, um die Gruppe vor Überraschungen von hinten zu schützen.
Nach mehreren Stunden steilen Anstiegs erregte ein Funkeln in der Felswand Larons Interesse. Mit seinem Fernrohr konnte Glasperlen eines Vorhangs ausmachen, die im Sonnenlicht glitzerten und der offenbar einen Höhleneingang verhängte. Um eine Ahnung zu haben, was die Gruppe hinter dem Vorhang erwartete, wirkte Eryn einen Hellsichtszauber auf ihre Glaskugel und warf sie kurzerhand ins Innere der Höhle. Der Blick durch die Kugel zeigte zwei schlafende Kerle mit Bärten, die aus ihren Bettdecken heraus bis auf den Boden der Höhle reichten. Die Glaskugel rollte weiter ins Innere, bis hinein in eine Art Thronsaal. Dort saß auf einem goldenen Thron ein weiterer bärtiger kleiner Mann. Er hatte eine geöffnete Truhe auf dem Schoß, in der er voller Hingabe herumfingerte.
Nach kurzer Diskussion darüber, ob sie den Zwergen einen Besuch abstatten oder lieber ihre Reise fortsetzen sollten, beschlossen unsere Helden lieber weiter zur Sturmklippe zu reisen, um sich nicht von ihrem eigentlichen Ziel abbringen zu lassen. Und das obwohl den Kopf des Zwergenthrons eine Sanduhr zierte, das Wappenzeichen König Kasimirs von den Schildlanden, dem Krieger Laron treu untergeben ist.
Schutzhütte
Als die Zeit zum Nachtlager gekommen war, zauberte Eryn eine komfortable Bergschutzhütte herbei, um auf dem schmalen Pfad Sturm und Wetter nicht vollkommen schutzlos ausgeliefert zu sein. Die Kälte der Nacht blieb daraufhin tatsächlich draußen, was Laron und Leri eine sehr erholsame Nacht bescherte. Allerdings hatte der Zauber Eryn stark geschwächt und es schien als wäre die verdrängte Kälte stattdessen in sie gekrochen.
Inmitten fortgesetzten Regens setzte die Gruppe am nächsten Morgen ihren Bergaufstieg fort.
Ruine Sturmklippe
Nach weiteren anstregenden Stunden auf dem Plateau angelangt, stellten die Helden fest, dass von der einstmals mächtigen Festung nur noch die Grundmauern standen. Einzig der klobige Bergfried ragte noch bis zur Hälfte seiner ursprünglichen Höhe aus dem Trümmerfeld auf.
Abermals leistete Larons Fernrohr der Gruppe gute Dienste. Er machte einen großen Knochenhaufen unterhalb des Bergfrieds aus; klare Überbleibsel unzähliger Drachenmahlzeiten.
Leri schlich sich näher heran, um mehr über die Situation zu erfahren. Dabei wurde er aber von dem plötzlich aus den Regenwolken auftauchenden Drachen völlig überrascht. Eryn versuchte noch, einen Schutzzauber auf Leri zu legen, doch dieser misslang und zog nur noch mehr Aufmerksamkeit auf den enttarnten Jäger. Auf donnernden Schwingen raste der Drache auf ihn zu. Seine Flügel umzuckten Blitze und mit Urgewalt stieß Donnerschwinge auf Leri herab. Doch noch ehe der Drache ihn erreichte, sprang Laron über eine Mauer heran und stellte sich zwischen den Drachen und sein leichtes Opfer. Der heuballengroße Kopf des Drachen prallte vom Schild des Kriegers zurück, aber auch Laron flog, von der Wucht des Aufpralls getroffen,durch die Luft.
Es entbrannte ein tödlicher Kampf zwischen Donnerschwinge und den Helden. Eryn konnte aus dem Bergfried die Präsenz eines weiteren Drachen wahrnehmen, der gefesselt und voller Wut seinem Artgenossen nicht zur Seite stehen konnte. Aber auch ohne Verstärkung war Donnerschwinge ein übermächtiger Gegner, der sein Fänge, Pranken und Schwanz in tödlicher Präzision gegen die Helden führte. So wurde Laron mehrfach schwer getroffen. Sein Schild von Blitzen geschmolzen und sein Kettenhemd bis auf die ungeschützte Brust aufgerissen. Wäre es den dreien nicht zusammen mit Lasi gelungen, den Drachen von vier Seiten gleichzeitig in die Zange zu nehmen, hätten sie wohl keine Chance gegen das Untier gehabt.
Der Drachenhort
Das schier Unmögliche gelang schließlich. Die Helden brachten Donnerschwinge zu Fall, aber nicht ohne selbst schwere Verletzungen erlitten zu haben.
In der vorsichtigen Kontaktaufnahme mit dem zweiten Drachen zeigte sich, dass dieser zwar voller Zorn über den Tod Donnerschwinges war, sich im Gegenzug zu seiner Befreiung aber auf einen Handel einließ. Die Gruppe sollte dreiviertel seines Drachenschatzes bekommen, den die gierigen Zwerge zuvor Donnerschwinge gestohlen hatten. So konnten unsere Helden letztlich schwer mit Gold beladen ins Dorf Waldesruh zurück kehren, wo sie als Drachentöter gebührend gefeiert wurden und von nun an freie Unterbringung und Verpflegung genießen.