Dead Capital – Session 17: Schwertritter
In Heany wurde eine unwahrscheinliche Allianz zwischen der Priesterin des alten Kriegsgottes Cromm Cruach, Keeva Ó Carvy, und Krothos Ironguard geschmiedet. Das ungleiche Paar eint das Missfallen, das der kometenhafte Aufstieg der Vindonnus Kirche bei ihnen auslöst. Für Keeva verdrängt dieser neue Gott zu viel vom alten Kultus, für Krotos bedienen sich dessen Anhänger zu freizügig an seinen Abgaben. Dazwischen stand Scrat, der sich anbot, Cromm Cruach eine größere Präsenz im Armenhaus zu geben. Das wurde dankbar angenommen und ein Schrein eingerichtet.
Um das dringend nötige Gold für die weitere Unterstützung des Vindonnus Kultes zu besorgen, stellte Arvor einen neuen Grabräubertrupp zusammen. Aus den in den letzen Monaten nach Heany Geschwemmten konnte er Rutroar und Thori Kalkhaut rekrutieren. Ersterer ein kräftiger, erfahrener Halbork-Barbar, letzterer ein zwergischer Dieb. Ergänzt wurde die Truppe dieses Mal durch Hillwill, einen freizügigen, gutgelaunten Fackelträger.
Auf Umwegen erreichte die Gruppe das Gräberfeld und schließlich einen neuen Grabhügel. Arvor hatte sich ein paar Mal im Weg geirrt. Er musste feststellen, dass die Orientierung im Moor doch wesentlich schwieriger ist und ein erfahrener Führer sich auszahlt. Auf ihrem Weg kamen die vier an einem auffälligen Busch mit prallen, roten Beeren vorbei. Die Vorsicht und Arvors Hinweis, dass im Moor alles gefährlich sein könnte, ließ sie die Beeren ignorieren und weiter marschieren.
Der Siegelstein des Grabes musste freigelegt werden. Als Belohnung kam aber ein unversehrter Stein zum Vorschein, der mit geeinter Kraft zur Seite gestemmt wurde. Dann stiegen die vier, allen voran Thori, die schlüpfrigen Treppen hinab. Das Grab bestand augenscheinlich aus einer einzigen großen Halle mit Kuppeldach. Sechs Alkoven erstreckten sich in gleichmäßigen Abstand an der Wand entlang. Ein verzierter Altar dominierte die Mitte des Raumes. Darauf war ein glitzernder Gegenstand auszumachen, der Thori sogleich anlockte. Vorsichtig jede Treppenstufe prüfend, stieg er weiter die Treppe hinab, die sich links an der Wand hinab nach unten wand. Rechts schützte kein Geländer vor dem Fall in sechs Meter Tiefe.
Durch eine schwenkbare Fackel brachte Rutroar etwas mehr Licht in die nächstgelegene Nische. Dort stand ein Ritter in kompletter Rüstung. Inklusive Wappenschild und geschlossenem Visier. Währenddessen entdeckte Thori drei mit Rissen durchzogene Treppenstufen. Zusammen mit Arvor brachte er diese Stufen und den darunter befindlichen, wackeligen Stützpfeiler zum Einsturz. Danach wurde ein Brecheisen in die Wand getrieben, um die Stelle sicher überwinden zu können. Das sollte sich noch als äußerst nützlich erweisen.
Rutroar nahm unten angekommen die sechs Wandnischen näher in Augenschein. In jeder fand sich ein Ritter in unterschiedlicher Rüstung und Bewaffnung. Kurzerhand entschloss sich Rutroar, jeden einzelnen davon akribisch zu zerlegen, bis nur noch Einzelteile und Knochensplitter übrig waren. Die wertvollen Ziselierungen der Rüstungen wanderten direkt in den Schatzsack. Thori und Arvor nahmen den Altar, darauf das Halbrelief eines Dämons mit Klauenfingern, näher in Augenschein. Dann machten sich alle daran, das Schwert zu bergen.
Der Plan bestand darin, eine Schlaufe um den Schwertgriff zu ziehen und dann das Schwer durch Thori im vollen Lauf vom Altar ziehen zu lassen. Zwischen den Vorbereitungen tauchten drei weitere Zombies auf, die aber von Rutroar dank der Vorbereitungen schnell zerlegt wurden. Dann zieht Thori das Schwert am Seil vom Altar und eilt damit die Treppen hinauf. Funken sprühen über den Altarstein. Die Knochen- und Rüstungsreste beginnen zu scheppern und toben, können der Gruppe aber nicht mehr gefährlich werden. Das Schwert wird geborgen und es ist direkt klar, dass die Gruppe damit den bisher wertvollsten Schatz geborgen hat: Wie neu glänzender Stahl, in den Knauf eingelassene Rubine, feste Lederwicklung am Griff und breite Blutrinne in der Klingenmitte.
Danach stellt Thori weitere Untersuchungen beim Altar an, da er einen Geheimgang oder -versteck vermutet. Die nochmalige Untersuchung des Altars zeigt: er besteht aus einem Stück, der Dämon hat je Hand drei Finger, am Mittelfinger der rechten Hand trägt er einen Ring. Thori bringt mit Nadel und öliger Tinktur Schriftzeichen zum Vorschein, die Arvor lesen kann (alte Menschensprache). Darauf steht: "Weg nach unten."
Der Altar wird mit vereinten Kräften um ein paar Zentimeter zur Seite gerückt, da die Gruppe darunter etwas vermutet, doch nichts findet sich. Dann kommt Thori darauf, dass der Ring die Position eines Geheimgangs andeuten könnte und konzentriert sich auf die zweite Nische von rechts analog der Position des Ringes auf dem Mittelfinger der rechten Hand. Tatsächlich bringt Rutroars Klopfen einen leicht hohlen Klang hervor. Einige Steine werden mühsam aus der Wand gebrochen. Dahinter eine weiter Wand mit größeren Felsquadern. Die Gruppe beschließt, dass hier schweres Werkzeug nötig ist, um weiter zu kommen und verschiebt das auf ein anderes Mal. Schnell bricht man auf und erreicht schließlich sicher mit dem Schwert wieder Heany.
Eine Untersuchung des Schwertes bei Magier Mazzahs, dem Unverkennlichen, zeigt dessen hohe magische Kraft und damit auch unvergleichlichen monetären Wert. Man ist sich nicht direkt einig, ob es verkauft oder als Dauerleihgabe an die Vindonnus Kirche gehen soll, um jede weitere Expedition ins Gräberfeld bestmöglich auszustatten. Darüber wird noch zu sprechen sein.