Dead Capital – Session 4: Die Fünf Schwestern

Eine ganze Woche lang hatten die Einsamen Alchemisten, eine andere, offenbar sehr erfolgreiche Gruppe Grabräuber in Heany, ein ausschweifendes Fest gefeiert, zu dem sie alle einluden. Auch unsere drei Protagonisten beteiligten sich, je auf ihre Art, an der Feier.

Mekara, die den Wein nicht vertrug, aber auch nicht von ihm lassen konnte, plauderte mit einigen Abenteurern über das Grab der Fünf Schwestern und die dort wartenden Opale und geriet schließlich an Oz von den Ebony Goats, der ganz Ohr war. Mekara erwachte am nächsten Morgen mit dem unguten Gefühl, zu viel erzählt zu haben. Scrat schaute ebenfalls zu tief ins Glas und plagte sich entsprechend während des gesamten Ausflugs ins Moor mit einem ordentlichen Kater herum. Arvor, der neu zur Truppe gestoßene Streiter Vindonnus', dem Sonnengott und Gott der Heilung, feierte ebenfalls ausgelassen mit, ließ sich davon aber am nächsten Tag nichts anmerken.

Bevor es losging, wollte Mekara noch einen Waffenträger anheuern. Zunächst sah es nicht so aus, als wäre sie damit sonderlich erfolgreich. Der Tod des Jungen Muiro hatte sich derweil herumgesprochen und die Dörfler ließen sie entsprechend abblitzen. Doch dann fand Mekara Fuldo, einen Halbling mit Holzschwert rechts und Eisenschwert links, der für die Hälfte eines normalen Anteils und ein paar Goldstücke pro Tag bereit war, die Gruppe ins Moor zu begleiten.

Dieses Mal war die Gruppe auf Scrats Wegkenntnis angewiesen. Er hatte sich diesen wohl gut eingeprägt, denn die Gruppe kam zunächst gut und sicher voran.

Nach zwei Stunden Weg wurde Scrat auf Fischernetze aufmerksam, die aus dem Nebel auftauchten und in einer alten Weide am Rand eines Sees aufgehängt waren. Bei näherer Untersuchung zeigte sich, dass hier von einer anderen Gruppe ein Lager errichtet wurde. Die Netze dienten als Markierung im Nebel. Ein Unterstand, den die Vier kurz darauf entdeckten, bot Schutz vor der Witterung, Decken und Schlafsäcke für sechs Personen lagen dort bereit. In der Lederplane, die den Eingang verhängte, war ein rautenförmiges Symbol zu finden, das in der Mitte ein einzelnes offenes Auge zeigte. In einer weiteren Weide neben dem Unterstand fand Arvor einen Sack voller haltbar gemachter Brote und Käselaibe, den man mit einem Seil hoch in den Baum gezogen hatte, um ihn von Tieren fernzuhalten. Die Gruppe beschloss das Lager unangetastet zu lassen und sich lediglich dessen Lage gut einzuprägen. Dann zogen sie weiter Richtung Gräberfeld.

Scrat fand sich im Nebel weiter gut zurecht und geleitete die Gruppe zum Grabhügel des unglücklichen Prinzen und von dort weiter zu den Fünf Schwestern. Dort angekommen stellten sie fest, dass eine Schleifspur aus dem Grab hinausführt. Jemand hat Aiden's Leichnam unsanft, ein ausgerissenes Haarbüschel zeugte davon, über die Stufen nach draußen geschleppt. Die Spuren verloren sich vor dem Grabmal am Rand einer großen Schlammpfütze.

Scrat stieg in das Grab hinab, dicht gefolgt von den anderen. Vom anderen Ende der Halle, dort wo Aiden am Fuß der Statue mit den Opalen zu Boden gestürzt war, zog sich eine deutlich sichtbare Schleifspur durch den von Pilzen übersäten Boden die Treppe hinauf zum Ausgang. Die Gruppe machte sich schnell daran, die verbliebenen Rubine aus den Augenhöhlen der vier Schwestern zu brechen, während Scrat die Aufgabe übernahm, nach den Opalen der fünften Schwester zu sehen. Er entdeckte mehrere Druckplatten an der Oberfläche der Statue - Auslöser der Falle, die Aiden getötet hatte.

Vorsichtig und dabei das Netz von Stompf nutzend, kletterte Scrat am Rücken der Statue hinauf, nachdem er mit einer Bewegung zuvor die Falle ausgelöst hatte und eine grüne Giftwolke aus dem Mund der Statue aufgestiegen war. Dieses Mal arbeitete er vorsichtig von hinten an den Opalen, was umständlicher war, aber zum Erfolg führte und ihn vor der Falle bewahrte. Zwischenzeitlich setzte draußen Hagel ein, der so stark war, dass dicke Hagelkörner bis hinein in die Halle sprangen. Nachdem hier offenbar nichts anderes von Wert mehr zu finden war, machte sich die Gruppe auf zum nächsten Grabhügel.

Zunächst aber kletterte Scrat auf den Hügel der Fünf Schwestern, um von dort einen besseren Blick über das nebelverhangene Gräberfeld zu haben. Sein Blick reichte nicht weit, aber er konnte immerhin zwei weitere Grabhügel ausmachen: Einer, stärker aus seiner ursprünglichen Form geratene im Osten. Ein zweiter, etwas weiter entfernt, im nordöstlicher Richtung. Die Gruppe beschloss zunächst den näher gelegenen Grabhügel anzusteuern.

Dort angekommen, führte sie Scrat am Hügel entlang, nur um überrascht festzustellen, dass die Rückseite des Hügels in einer gerade, hohen Mauer verlief, die fast so wirkte, als wäre sie erst vor kurzem errichtet worden. Ein zweiflügeliges, über drei Meter hohes Tor ragte dort auf. Ein gewaltiger Totenschädel, umringt von zahlreichen Pentagrammen und mystischen Symbolen, machte das Tor wenig einladend. Avor und Mekara erkannten darin beide die Zeichen des alten Totengottes Nergal.

Noch während die Gruppe überlegte, was nun weiter zu tun sei und sie sich schließlich dazu entschieden, dass Tor lieber zu meiden - Mekara's göttliches Symbol hatte eindeutig davon abgeraten - tauchten plötzlich vier Gestalten aus dem Nebel auf. Ein Trupp Soldaten. Skelettkrieger, die sich auf die Gruppe zubewegten. Der Kommandant zu Pferd und drei Lanzenknechte, die ihm voraus gingen. Scrat und Fuldo wollten sich zunächst zum Kampf stellen, folgten dann aber doch schnell Mekara und Arvor hinterher, die in Richtung Grab der Fünf Schwestern davon rannten, um dort Schutz zu suchen. Mit einem glücklichen Armbrustschuss gelang es Scrat auf der Flucht einen der Skelettkrieger auszuschalten, dann stürzte er den anderen hinterher.

Am Grabmal angelangt, schickte Mekara den nachrückenden Soldaten die Kraft Morrignas entgegen, um sie in die Flucht zu schlagen. Doch der Kommandant konterte dies mit seiner eigenen Kraftwelle und machte Mekaras Versuch zunichte. Scrat gab noch einen weiteren Schuss ab, bevor sich die Verteidiger die Treppe hinab ins Grabmal zurück zogen. Die Soldaten tauchten nicht auf. Doch als Scrat wieder nach oben stieg, um einen Blick nach draußen werfen zu können, schwappte von der Hügelseite oberhalb des Eingangs eine zähfließende schwarzgraue Masse herab, ergoss sich vor ihm in den Eingang zu begann die Treppen hinab zu fließen. Dazwischen Knochenstücke und Rüstungsteile der Soldaten. Scrat wich mit den anderen weiter nach unten zurück, um nicht unter die Knochenwoge zu geraten. Zusammen mit Fuldo brachte er die Statue von Mapha zum Umsturz und alle Vier retteten sich gerade noch rechtzeitig auf die Statue als die Knochenwoge an ihnen vorbei brandete und sich weiter in die Halle ergoss.

Jetzt tauchte am Eingang der Kommandant mit gezücktem Schwert auf. Arvor stellte sich ihm todesmutig in den Weg. Mit bestimmter Geste machte der Kommandant ihm klar, dass er ihn zum Zweikampf auserwählt hatte. In der Halle formte sich zwischenzeitlich eines der Skelette aus Knochen und Rüstungsteilen zurück, doch ein satter Treffer von Scrat mit der Armbrust brachte es zum Einsturz und beendete den Spuk. Der Kampf zwischen dem untoten Kommandaten und Arvor wog hin und her. Arvor wurde schwer verletzt, traf aber auch selbst den Untoten empfindlich. Schließlich gelang es mit geeinten Kräften, den Kommandanten niederzuringen. Übrig blieb außer Knochensplittern nur das glänzende Schwert des Kommandanten.

Eilig trat die geschwächte Gruppe die Rückreise nach Heany an und war heilfroh, das Dorf ohne weitere Zwischenfälle zu erreichen.