Oshury – 02 - 05: Geistergeschichten
Unsere Charaktere setzten die Erkundung des Hagi-Schreins fort. Sie beschlossen, das Diorama hinter dem Steinrollladen wiederherzustellen. Alle halfen mit und zuletzt reinigten sie noch die Außenscheibe, damit am nächsten Morgen wieder Sonnenlicht auf die Sonnenuhr fallen kann.
Danach öffneten sie den vermauerten Raum rechts neben dem Eingang und fanden darin die Überreste eines alten Mannes, der hier offenbar eines natürlichen Todes gestorben war. Bald wurde klar, warum man den Raum zugemauert hatte: Der Geist des alten Vagabunden Rivgell spukte hier. Offenbar hielt ihn die vergebliche Hoffnung, seine Jugendliebe Amyat würde zu ihm kommen, in dieser Welt.
Der Blick in die Kleidung und Ausrüstung Rivgells brachte zum Vorschein, dass er vor 109 Jahren, genauer gesagt am 23. Laith des Jahres 329 nach dem Ertönen des Weltenhorns geboren wurde. Da der Mann Ende Fünfzig gewesen zu sein schien als er starb, war er demnach über fünzig Jahre lang tot. Vor kurzem, so ergab die Befragung Rivgells, hatten schon einmal Leute die Mauern durchbrochen, den Vagabunden aber nicht zur Ruhe gebracht, sondern ihm seine Morrigu-Münze, eine Art Totenmünze und seine Totenkerze gestohlen zu haben. Es könnte sich um andere Zarengeschenke gehandelt haben.
Peogyd versprach Rivgell, dessen Phasen kurzer Wachheit ständig durch Umnachtung unterbrochen wurden, ihn zu seiner Amyat zu bringen. So sich deren Grab befindet, schickte er sich an herauszufinden.
Da es nun schon späterer Nachmittag geworden war, beschloss die Gruppe, die Nacht im Schrein zu verbringen. Während seiner Wache hörte Dwinbar draußen Geräusche. Durchs Küchenfenster auf den Vorplatz des Schreins spähend, sah eine kleine Gestalt, damit beschäftigt, eine weitere Steinpyramide aufzuschichten. Er weckte die anderen und sie nahmen Kontakt zu dem merkwürdigen Wesen auf.
Er stellte sich als Moptop, der Schrat des Blaubirkenwaldes, vor. Für Moptop ist es von höchster Wichtigkeit, beim Musizierwettbewerb der Schratigen im Spätherbst anzutreten. Dazu sucht er immer noch nach einem für ihn passenden Instrument. Die Pyramiden sollen Schreinbesucher dazu bringen, ein Instrument für ihn zu hinterlassen. Einige kamen dieser Bitte schon nach, aber das wirklich Passende war noch nicht dabei. Moptop kann der Gruppe den Weg zum Unterschlupf von Mezillkree, dem Schwarzen Troll, weisen. Dieser soll eine furchtbare Bedrohung für das Land sein und die Schädel seiner Opfer am Gürtel mit sich führen. Gleichzeitig soll er aber auch unermessliche Schätze gehortet haben. Für seine Führung versprachen die Charaktere Moptop ein ganz besonderes Musikinstrument, wenn nicht gar einen Musiklehrer. Sie wollten sich in Skaegh darum kümmern.
Der nächste Tag, der 6. Thelgehem, begann mit trübem Wetter, weshalb kein Sonnenstrahl so recht durch das Glasfenster auf die Sonnenuhr des Hagi fallen wollte. Um das Schauspiel sehen zu können, müsste die Gruppe wohl irgendwann noch einmal zu Schrein zurückkehren. Jetzt aber brachen sie wieder Richtung Skaegh auf. Nach dreieinhalb Stunden Marsch erreichten sie das Dorf und wurden von Webermeister Gradi zum Mittagessen eingeladen. Er war sichtlich froh seinen Sohn wieder wohlbehalten nach Hause kommen zu sehen.
Unsere Charaktere hörten sich am Nachmittag in Skaegh zum einen nach Amyat , zum anderen nach dem Schwarzen Troll um.
Amyat war längst tot und mit ihr ihre Familie in Skaegh ausgestorben. Aber in den Geschichten erinnert man sich noch an die Hamsterfarmerin mit den roten Haaren, die die Hamster wieder laufen ließ. Sie konnten rekonstruieren, dass Amyat wohl in priesterliche Fußstapfen treten wollte, nachdem Rivgell in die weite Welt gezogen war. Ihr Weg hatte sie wohl zur Abtei von Fluth geführt, in der aus der Familie der alten Götter, die Ewigen, Hivtr und Doanh, verehrt wurden.
Ihnen kamen Gerüchte zu Ohren, wonach der Schwarze Troll, wohl eine Schreckensfigur aus alten Zeiten, mit der Zerstörung von Schäferhütten bei Filslows Grund in Zusammenhang gebracht wird. Dieses Schäferlager liegt am äußeren Rand der Wiesen von Skaegh. Von den Bewohnern hat man in Skaegh seit längerem nichts gehört.
Der Name Jurmayn Sraal, der Schafheiler, fällt. Er kennt die Schäfer der Wiesen und weiß, wo sich ihre immer wieder wechselnden Weidegründe befinden. Jurmayn, obwohl er noch nicht lange in der Gegend ist, soll viel über die Wiesen und die Schäfer wissen. Er wohnt unterhalb eines markanten Felsens und wird als erste Anlaufstation empfohlen.
Und es gibt Beschreibungen aus den alten Geschichten selbst: Der Troll trage den Namen Mezillkree. Sein Fleisch sei verrottet und sein Körper deformiert, doch strotze er vor Kraft und könne sich von jeder Verletzung schnell erholen. Mezillkree soll mit schweren Ketten behangen sein, die aber kein Geräusch verursachen. An seinem Gürtel baumeln die Köpfe seiner Opfer, deren Blut er trinkt.
Die Geschichtsfragmente erzählen davon, dass der Schwarze Troll von einem Trolljäger namens Srentobar Einauge zur Strecke gebracht wurde, nachdem er viel Verwüstung und Leid über das Reich der Steinernen Königinnen gebracht hatte. Dafür soll er von einer der Steinernen Königinnen mit Land und Privilegien belohnt worden sein. Der Knochenturm in den Wiesen wird auch Srentobars Turm genannt.
Zuletzt schnappen die Charaktere auf, dass die Abtei von Fluth einst ein Hort des Wissens war. Dort könnte es immer noch Informationen über Schratige, Trolle und andere mythische Bewohner Oshurys geben.