Oshury – 02 - 12: Mäuse und Fallen

Dwinbar, Grolak, Peogyd, Perkin und Nathanael bereiteten sich mit ihren Leuten auf die Konfrontation mit dem Schwarzen Troll vor. Sie nutzten die letzten hellen Stunden des Tages, um direkt vor dem abscheulichen Vorhang aus Leibern, der den Eingang zur Höhle versperrte, eine breite Grube auszuheben. Gespikt mit den mitgebrachten Lanzen und Speeren, sollte die Falle eine böse Überraschung für den Troll werden.

Sie verhörten den Gefangenen. Er gab sich in gebrochenem Oshun als Zugehöriger eines Volkes, das sich die Thars nennt, zu erkennen. Sein Name ist Fallrú. Er erzählte ihnen von der Absicht seines Volkes, den Zirkel der Wiedergeburt zu finden. Wer ihn zurück in die Unterwelt der Thars bringt, erhält die Herrschaft über die Thars. Gleichzeitig sucht das verfeindete Volk der Thrun ebenfalls nach dem Zirkel. Beide versuchen über Handelsbeziehungen den Aufenthaltsort des Insigniums ausfindig zu machen. Der Zirkel soll in der Zeit der Steinernen Königinnen nach Oshury gelangt sein. Danach ließ die Gruppe Fallrú seine gefallenen Kameraden auf den Pferdewagen laden und mit ihnen abziehen. Er beteuerte, in ihrer Schuld zu stehen. Das könnte irgendwann noch einmal von Nutzen sein.

Die Gruppe nahm zuvor einige Gegenstände der gefallenen Thars an sich und schauten sich auch deren Handelswaren genauer an. Laut Fallrú waren dies Kunstwerke, die die Thars mit dem Schwaren Troll einhandeln wollten. Darunter eine Kiste mit drei melonengroßen Glasbehältern, in deren Inneren gelblich phosophorizierende Fledermäuse herumschwirrten, sobald man die Glaskugeln schüttelte.

Währenddessen erkundete Perkin in Mäusegestalt die Höhle. Er musste bald schon feststellen, dass ein ganzes System an Gängen und Kammern den Hügel durchzog. Vom Gang mit der Schale an der Decke, aus der bläulicher Nebel aufstieg, der etwas Licht abgibt. Zur Eingangshöhle, aus der gerade zwei Pukwudgies eine schwere Kiste in den östlichen Gang fortschleppten. Dann in die Schlafhöhle der Pukwudgies, wo fünf Ausgewachsene mit ihren zwei kleinen, fast schon süßen Nachwuchs friedlich schliefen. Bewacht von einem Pukwudgie. Dann in die große Höhle mit dem Fleischberg und mehreren Ausgängen. Der Berg von Leibern ist fast acht Meter hoch aufgestapelt. Dazwischen ein Tor, dass ins Innere, offenbar die Schlafstatt des Trolls, führt. Daraus kam ein gurgelndes Schnauben, das den ganzen Berg erzittern ließ. Einer der Leiber löste sich vom Rest und der Oberkörper eines jungen Mannes kroch auf die Maus zu. Glücklicherweise blieb sie nach einigen Schritten leblos liegen.

An einer Wand malte der Maler gerade das Portrait einer adligen Dame, die Aug in Aug mit dem riesigen Trollkopf abgebildet war. Daneben eine Höhle mit allerlei Geplündertem: Kleidungsstücke, Schafwolldecken, Fässern und Kisten. Dazwischen eine Lagerstatt, wohl die des Malers, mit Rucksack und Buch. Dann gelangte Perkin durch einen der Gänge in eine Art Gerberei. Zwei Pukwudgies waren damit beschäftigt, in großen Bottichen Häute zu gerben und Runen darauf zu zeichnen. Wie Gebetsfahnen hingen etliche der Runenhäute an Schnüren durch die ganze Höhle gespannt.

Nachdem sich Nathanael vom mächtigen Schwarzbären in den schulterkranken Magier zurück verwandelt hatte, untersuchte dieser die Skulptur des schwarzen Rosenbuschs genauer. Wurden die geschlossenen Knospen mit Blut benetzt, öffneten sie sich rasch und wuchsen zu herrlichen Blütenständen heran. Mehr als ästhetische Qualität konnte er am Rosenbusch allerdings nicht erkennen.

Nach dem Bericht Perkins, geht die Gruppe davon aus, dass um die zehn erwachsene Pukwudgies in den Höhlen leben. Hastig brachten sie den Fallenbau zu Ende, während Perkin abermals loszog, dieses Mal in Gestalt eines Dachses, um den Hinterausgang zu finden. Diesen konnte er nach einiger Zeit ausfindig machen, musste sich aber beeilen, um vor der Dunkelheit zurück bei den anderen zu sein.
Der größte Teil der Gruppe brachte sich unmittelbar neben der Grube in Stellung. Dwinbar nutzte die Rosenbusch-Skulptur als Deckung. Doch das sollte ihm leider nicht viel nutzen.

Denn nachdem sie mehrere Stunden ereignislos ausgeharrt hatten, flog plötzlich der Vorhang der Leiber nach außen auf und vier Pukwudgies dahinter schossen unmittelbar ihre Stacheln nach außen. Sie trafen einige der in Deckung liegenden direkt oder indirekt, darunter Dwinbar. Ein neuer Kampf entbrannte, über dessen Ausgang wir beim nächsten Mal erfahren werden.