Dead Capital – Session 19: Animalisch

Dead Capital – Session 19: Animalisch

Nachdem Verstärkung in Gestalt von Alexandros, ein treuer Paladin des Vindonnus, zur Gruppe stieß, ging die Erkundung der tieferen Katakomben weiter. Thori und Rutroar schauten sich die mannshohen Kanopen (wohl eher Amphoren) genauer an, die rechts und links den Zugang zur Säulenhalle dahinter säumten. Die Amphoren waren offenbar gefüllt, doch als ein Klicken und mechanisches Rattern beim Öffnen beider Gefäße zu hören war, verschloss Rutroar diese lieber schnell wieder.

Der Gang dahinter wurde breiter und war in der Mitte durch kunstvolle Säulen gestützt. Offenbar hatte man einen anderen, älteren Teil der riesigen Grabanlage erreicht. Thori, der die gegenüberliegende Tür untersuchte, hörte Stimmen und gequälte Tierschreie dahinter. Noch ehe er sich zurück ziehen konnte, wurden die Belauschten offenbar vom Licht aufgeschreckt. Die Gruppe brachte sich in Deckung und Position, um gewappnet zu sein. Dann öffnete sich die Tür ein Stück, etwas wurde durch die Luft geschleudert und vor Arvors Füßen kam eine grausige Fleischkeule, eine Mischung aus Knochen, blutigem Fleisch und Haut mit etwas, was wie ein Bauchnabel aussah, zum Liegen. Gleich hinterher huschten mehrere aufgescheuchte Ratten, eine davon übel verstümmelt.

Arvor schickte seine Lichtkugel voraus ins Dunkel des Raumes. Das löste Panik bei den Bewohnern aus. In ihrer blinden Flucht fielen sie übereinander und nahmen Reißaus. Die Abenteurer rückten in den Raum, eine Art Wohn- und Schlafkammer vor. Felle und strohgefüllte Säcke lagen auf dem Boden. Dazwischen die Reste von Essen und abgeschnittenen Rattenschwänzen, Überbleibsel eines grausamen Zeitvertreibs.  Die Bewohner waren in ihrer Flucht vor dem Licht hinter eine weitere Tür und in einen der Gänge, die aus dem Raum führten, geflohen. Rutroar wühlte in den Sachen und brachte einen silbernen Schlüssel mit Pentagrammbart zum Vorschein. Arvor platzierte eine Fackel im Raum, um die kannibalistischen, lichtscheuen Bewohner abzuhalten. Außerdem verbarrikadierten sie die gegenüberliegende Tür, hinter der sie weitere Höhlenbewohner vermuteten.

Bei der anschließenden Erkundung des Raumes löste Thori eine Steinfalle aus. Aus der Decke fielen schwere Quader auf ihn hinab und nur ein beherzter Sprung nach vorn ließ Thori davon kommen. Das nutzten die Lichtscheuen zum Angriff. Drei stürmten auf Thori zu, der allein auf der anderen Seite des Geröllhaufens stand. Weitere versuchten durch die verrammelte Tür zu brechen. Nachdem sie einen der drei Angreifer niederstrecken konnten, ergriffen die anderen die Flucht. Um den anderen zuvor zu kommen, entfernte Thorie Barrikade an der Tür. Zwei Lichtscheue stürzten mit einer Art Rammbock in den Raum, wurden vom Licht geblendet und waren somit leichtes Spiel. Doch im Raum dahinter war eine groß aufragende, massige Gestalt zu erkennen. Gekleidet in Felle und Häute, auf die Körperteile aufgenäht waren. Der verhüllte Kopf gekrönt durch ein mächtiges Hirschgeweih, das Gesicht verhüllt durch den skelettierten Schädel des Tieres. Uralte Worte sprechend, rief der Anführer Dunkelheit herbei. Augenblicklich brach Chaos in der vollständigen Schwärze aus.

Die recht hilflosen Lichtscheuen hatten sofort die Oberhand. Um den anderen ein wenig den Rücken frei zu halten, zog Rutroar die Aufmerksamkeit des Anführers durch einen herausfordernden Brunftschrei auf sich. Der Jäger ging darauf ein und folgte ihm seelenruhig durch den Raum, während Rutroar alle Mühe hatte, im Dunkeln nicht zu Fall zu kommen. Thori, umringt von drei Angreifern, fiel schon bald unter deren Schlägen, denen er nichts entgegensetzen konnte. Arvor und Alexandros ging es ein wenig besser, da sie sich gegenseitig schützen konnten.

Der gehörnte Jäger stellte Rutroar am anderen Ende des Raumes. Doch auch als sein dornähnliches Knochenschwert an Rutroars Streitaxt zersplitterte, konnte das seinen Untergang nur kurz hinauszögern. Der Gehörnte rief weitere dunkle Magier herbei und trieb ölig glänzende Aale der Vernichtung in Rotroars Körper. Rotroar brach ohnmächtig zusammen. Das hatte aber auch die Konzentration des Anführers und damit den Dunkelheitszauber unterbrochen. Im neuen Licht retteten sich Arvor und Alexandros aus der Tür in den dahinter liegenden Gang. Doch hilflos mussten sie mit anhören, wie Thori und Rutroar tiefer in die Dunkelheit davon geschleppt wurden. Ihnen zu folgen, so machte Arvor dem jungen Alexandros schnell klar, wäre auch ihr Untergang gewesen.