Dead Capital – Session 3: Ambushed!

Dead Capital – Session 3: Ambushed!

Vor zwei Tagen hatte es einen Giftanschlag auf Kothos Ironguard gegeben, der diesem nur knapp entgangen war. Glücklicherweise gehörten unsere Charaktere nicht zu den Hauptverdächtigen und konnten so unbehelligt durch fortlaufende Untersuchungen ihren Geschäften nachgehen.

Stompf hatte in den letzten Tagen durch Heldenlieder auf sich aufmerksam gemacht und schloss sich manchmal auch dem Barden an, der Nachts musizierend um die Häuser zog. Nicht immer zum Gefallen der Anwohner. Währenddessen baute Mekara ihre Bemühungen aus, das Zurückschlagen der Untoten in der Gegend zu unterstützen. Sie bezahlt gutes Gold für die Gebeine erschlagener Untoter, die sie in einem alten Ziegenstall aufbewahrt. Mittlerweile ist daraus ein beachtlicher Stapel geworden. So machte sie auch die Bekanntschaft mit dem Krieger Scrat, der sich den Ziegenstall als einfaches Nachtlager ausgesucht hatte. Sie kamen ins Gespräch und Mekara versprach ihm für sein Schweigen, ihn mit ins Moor zu nehmen.

Für den nächsten Zug ins Moor tat sich Mekara wieder mit dem Barbaren Stompf zusammen. Verstärkt wurde die Truppe dieses Mal durch ihren frischen Bekannten Scrat, der zuvor Karawanen rund ums Moor begleitet hatte und nun in Heany auf seine Chance wartete. Der hagere Mensch konnte durch gute Rüstung und Waffen überzeugen. Mekara gelang es mit etwas Überredungskunst auch noch Aiden von den Ebony Goats zu gewinnen, da diese den unberührten Grabhügel, den sie das letzte Mal gemeinsam entdeckten, ungern in fremde Hände fallen lassen wollte – die Mitglieder der Ebony Goats eingeschlossen, mit denen sie gerade über die weitere Zusammenarbeit verhandelte.

Schon der Halbtagesmarsch zum Gräberfeld stand allerdings unter einem schlechten Stern. Als die Gruppe an einem alten Kanal entlang wanderte, tauchten aus dem schwarzen Wasser plötzlich zwei Froschmenschen auf, Boggards, die gefürchteten Bewohner des Bogs. Unsere überraschten Grabräuber konnten sich nicht schnell genug einigen, ob sie durch das Niederlegen der Waffen friedliche Signale senden oder sich direkt in den unvermeidlich erscheinenden Kampf stürzen sollten. Das entstehende Chaos deuteten die Boggards als Aggression und nutzen den Moment des Zögerns zum Angriff.

Ein brutaler, blutiger Kampf entbrannte. Stompf wehrte sich gegen den Boggard-Krieger, während Aiden und Scrat sich dem alten Seher entgegen stellten. Ein mächtiger Axthieb trennte Stompf's rechtes Bein ab und er verstarb augenblicklich. Mekara wurde von einem Schwall kochenden Wassers lebensgefährlich verbrüht und stürzte ohnmächtig zu Boden. Aiden sprang beherzt ins Wasser, um den Seher zu erreichen, doch letztlich war es Scrats Armbrustbolzen, der diesen zur Flucht zwang. Während sich Scrat direkt gegen den blutwütenden Boggard-Krieger wehren musste, diesen aber letztlich bezwang, versetzte Aiden dem fliehenden Seher einen Streich mit dem Kurzschwert und tötete ihn damit. Der Kampf war so schnell vorbei, wie er begonnen hatte, doch das Ergebnis verheerend: Stompf unwiederbringlich tot, Mekara in tiefer Bewusstlosigkeit.

Stompfs Ausrüstungsgegenstände ließ die Gruppe versteckt hinter einem markanten Baum zurück, darunter auch der schwere Vorschlaghammer und Klappspaten, die sie sonst nicht mehr hätten transportieren können. Zusätzlich noch Stompfs Schmiedeausrüstung und seine Heilmittel.

Aiden flößte Mekara deren Heiltrank ein und die Gruppe konnte sich verletzt wieder zurück nach Heany schleppen. Stompfs Name wurde in der Wand der Gefallenen im Smiling Eel mit folgenden Worten verewigt: "Stompf – Wer wird seine Lieder singen?"
Es dauerte zwei Tage, bis die Gruppe wieder bereit war, erneut ins Moor zu ziehen. Dieses Mal verstärkt durch den Magier Wenk von Trenk und einem angeheuerten Träger, dem Bauernburschen Muiro.

Doch auch diese Reise verlief nicht ohne Hindernisse. Auf einem alten Knüppeldamm brach Aiden, die wieder den Weg voraus erkundete, ein und weckte dabei zwei untote Torfstecher. Einer bestand nur noch aus Torso und Händen, die sich Aiden um den Hals klammerten und sie beinahe erwürgten, wäre ihr Scrat nicht zur Hilfe gekommen. Wenk musste zu seinem Erstaunen feststellen, dass sein Charm Zauber nichts gegen die Skelette ausrichten konnte. Mekaras Turn Undead verfehlte aber auch dieses Mal nicht seine Wirkung und schlug die Untoten in heillose Flucht. Das machte es für Scrat leicht, sie niederzustrecken. Als Mekara die Würgemale Aidens verarztete musste sie feststellen, dass zwischen deren Schulterblättern sich ein Totenkopfmal in die Haut eingebrannt hatte. Sie verschwieg diesen grausigen Fund zunächst gegenüber den anderen.

Unter dem eingestürzten Knüppeldamm kamen die Überreste einer alten Torfstecherhütte zum Vorschein. Beim Durchsuchen fand Mekara einige Silberstücke, die als Trinkgeld an Muiro gingen.

Endlich am Gräberfeld angekommen, fand Aiden schnell den beim letzten Mal entdeckten Grabhügel. Er lag weiterhin unversehrt da; kein Anzeichen, dass jemand anderes ihn ebenfalls gefunden hätte. Mit kräftigen Hammerschlägen zertrümmerten Scrat und Muiro abwechselnd den Siegelstein. Dabei hallten die Schläge über das Gräberfeld.

Dann stieg Scrat voran die Treppen in das Grab hinab. Wenk rief sein magisches Licht herbei, dass als gleißende Kugel über seinem Kopf schwebte. Ein zeremonielles Schmucktor aus Kupfer, von Grünspan zerfressen, aber die Inschrift war noch lesbar. Eine reiche Händlerfamilie hatte hier ihre fünf Töchter zur letzten Ruhe gebettet, die allesamt während einer Seuche verstorben waren.

Scrat drückte die aus Kupferblech bestehende Tür nach innen ein, die daraufhin laut scheppernd die Treppe hinabfiel. Modrig, süßlicher Geruch von zerfallenden Wurzeln stieg der Gruppe entgegen. Gelbe, schleimige Pilze, die gelbe Flüssigkeit absonderten hingen zwischen den Wurzeln an Wänden und Decke. Die Eingangshalle war mit fünf Statuen der Händlerstöchter gesäumt. Die Töchter im Alter von 16 bis 25 Jahren waren etwas überlebensgroß dargestellt und in schöne Gewänder gekleidet. Rubine blitzten aus den Augen von vier der Statuen, die jüngste Tochter, deren Statue genau der Treppe gegenüber am anderen Ende der Halle stand, hatte noch deutlich größere, wertvollere schwarze Opale als Augen.

Eine erste Untersuchung zeigte keine Fallen im Raum und auch die Pilze schienen ungefährlich zu sein, wenn man sie umging. Wenk und die anderen begannen die Statuen zu erklettern und waren gerade dabei, die ersten Rubine aus den Augenhöhlen zu hebeln, als ein lauter Schrei von Aiden die Halle durchdrang. Eine grüne Giftwolke strömte aus dem Mund der Statue der jüngsten Tochter heraus, die Aiden erklettert hatte, um an die wertvollen Opale zu kommen. Sie stürzte augenblicklich zu Boden und blieb dort leblos liegen. Mekara untersuchte Aiden und kam schnell zu dem Schluss, dass für sie jede Hilfe vergeblich war.

Die Gruppe beschloss schnellstmöglich nach Heany zurück zu kehren. Sie packten die bereits erbeuteten Rubine ein. Unterwegs wurden sie von weiteren Untoten angegriffen, zombieartige Kreaturen, die bei plötzlich explodierten, als sie besiegt waren. Dabei kam der Bauernjunge Muiro zu Tode, als er von einem Knochensplitter unglücklich am Kopf getroffen wurde.

Zurück in Heany teilte die Gruppe die magere Beute auf und musste als letzte Tat die Namen ihrer zwei weiteren Toten, Aiden und Muiro, in die Wand des Smiling Eels ritzen:
Aiden - Die schwarzen Opale machten Sie zu gierig
Muiro - Aus ihm hätte noch viel werden können.