Dead Capital – Session 9: Ghulische Überraschung
Mekara betrieb den weiteren Ausbau des Morrigu Heiligtums. Arvor hörte sich nach der verschwundenen Bedienung aus dem Smiling Eel, Fionna, um. Er erfuhr, dass Fionna Zuhause ihre Sachen packte und über Nacht verschwand. Sie hatte sich wohl drei anderen Gestalten angeschlossen, die in einem alten Stall in Heany untergekommen waren. Der Bauer, der an sie vermietete, warf sie aber raus, nachdem sie blasphemische Zeichen mit Schweineblut auf die Rückseite seines Stalls geschmiert hatten. Daraufhin verließen die zwei Männer und eine Frau Heany in Richtung Ironguard Motte. Fionna soll sich ihnen angeschlossen haben.
Scrat suchte sich einen Lehrmeister, um mehr über Fallen zu lernen. Er geriet dabei an den nihilistischen Braan. Bevor sich dessen götterabfälliger Einfluss aber in ihm breit machen konnte, sagte Scrat die geplanten Lehrstunden ab.
Bevor es wieder ins Moor ging, mit dem Plan noch tiefer in die Gänge unter dem Orkus Heiligtum vorzudringen, heuerte die Gruppe einen neuen Mistreiter an: Gallin, ein Zwerg und Anhänger des in diesen Breitengraden recht unbekannten Gottes Moradin schloss sich gut gerüstet der Gruppe an. Es sollte sich bald herausstellen, dass Gallin auch ein besonderes Händchen für das Öffnen von Schlössern hat. Ebenfalls mit von der Partie war wie zuvor der Halbling Fuldo.
Geführt von Scrat, und dabei den blauen Handmarkierungen folgend, kam der Trupp zunächst gut voran. Dann aber wurden sie von merkwürdigem Nebel eingehüllt. Dichter als sie ihn bisher kannten und alle Geräusche, selbst die eigenen, wurden von ihm verschluckt. Arvor sah, wie eine Hand aus dem Nebel nach Scrat griff, sich im letzten Moment aber wieder zurück zog. Der Nebel schien eine eigene Präsenz zu haben. Mekara und Arvor spürten eine uralte Naturgewalt , weder gut noch böse, die Teil des Nebels war. Dann sahen sie drei kindergroße Gestalten mit langgezogenen Köpfen vor sich. Einer davon legte ein silberne Schatulle nieder. Arvor sah in die Augen dieser Gestalt, die tief und alt wie das Moor waren. Dann zogen sie sich in den Nebel zurück. Arvor nahm die Schatulle als Geschenk an und ließ seinerseits eine Goldmünze als Gegengabe zurück. Diese wurde von einer der Gestalten aufgehoben und verschwand zwischen einem Knäuel aus dicken Rastas, die ihm wie ein Vorhang ins Gesicht hingen. Sie hatte das Goldstück scheinbar gegessen. Die Silberschatulle enthielt drei steinharte Gewölle von Eulen. Scrat ließ einen Kanten Brot als Geschenk zurück, dann setzten sie ihren Weg fort.
In Orkus Altarraum angekommen, stellten sie fest, dass sich die Wandmalereien abermals verändert hatten. Arvor konnte die beiden Kerle ausmachen, die ihm in Heany als ungute Gesellschaft von Fionna beschrieben wurden: ein hagerer Kerl mit fehlendem rechten Ohr und ein weiterer mit Klumpfuß. Auch Fionnas Position in der Prozession der Selbstmörder schien sich verändert zu haben.
Mekara und Arvor rezitierten einige Gebete und Lobgesänge auf Morrigu und Vindonnus, um die Macht Orkus weiter zu schwächen und den Altar frei von seinem Einfluss zu halten. Ihre Anstrengung schien erfolgreich und sie wurden dabei wieder von Scrat und Fuldo unterstützt. Dann stiegen sie über die Treppe zum zweiten Mal in die Tiefe hinab.
An der Kreuzung schlugen sie den Weg nach rechts ein. Mittels mitgebrachter Planken konnten sie die Fallgrube überbrücken, in die zuletzt fast Scrat gefallen war. Der Gang setzte sich fort und führte zu zwei zugemauerten Durchgängen, beide an der linken Wand und in etwa 15 Schritt Abstand zueinander. Nachdem klar war, dass der Gang nur noch ein kurzes Stück weiter ging und dann an einer Wand endete, entschied sich die Gruppe dafür, den ersten vermauerten Durchgang aufzubrechen. Mit vereinten Kräften gelang dies, aber nicht ohne gehörigen Lärm zu verursachen. Danach musste erst einmal eine kurze Pause eingelegt und sich gestärkt werden, bevor die Erkundung weiter gehen konnte.
Modrige, abgestandene Luft schlug ihnen entgegen als die Mauer fiel. Insgesamt 6 Türen gingen von dem kurzen Gangstück dahinter ab; je drei rechts und links. Scrat versuchte sich an der ersten Tür an der rechten Seite, überließ die Arbeit am Schloss dann aber Gallin, der es schließlich öffnen konnte. In der dahinter liegenden Grabkammer wimmelte es von Ratten. Widerwillig verschwanden sie in Mauerlöchern, doch drei besonders fette Exemplare lugten aus den Löchern heraus und fauchten die unwillkommenen Gäste an. Scrat schoss mit der Armbrust auf eine der Ratten und traf sie mit voller Wucht, so dass sie in den Gang dahinter geschleudert wurde. Das reichte als einschüchternde Geste und trieb die restlichen Ratten in die Flucht. Zwischen den zerstreuten Knochen fanden sich einige Gold- und Silberstücke, dann ging es weiter zur linken Tür.
Nachdem das Türschloss geknackt war, fanden die Grabräuber dahinter eine enge, einfache Grablege. Außer ein paar Silberstücken war dort nichts zu holen.
Die nächste Tür an der rechten Seite war mit einem Dolchknauf unter der Tür verkeilt und stand einen Spalt weit offen. Als Arvor hineinlugte, konnte er eine schattenhafte Bewegung ausmachen. Irgendetwas musste sich oberhalb der Tür auf die Lauer gelegt haben, so dass das Fackellicht der Gruppe seinen Schatten an die Wand dahinter warf. Arvor stieß die Tür auf und zwei scheußliche Kreaturen stürzten sich auf die Gruppe. Ledrige, schwarze Haut überspannte einen menschlichen Körper, Brustkorb und Schultergelenke traten deutlich hervor. Die Gliedmaßen waren verlängert und endeten in schartigen Klauen. Das Übelste war aber die lila farbene, fleischige Zunge, die zwischen spitzen Zähnen aus ihren Mäulern hing. Ein kurzer, heftiger Kampf entbrannte. Als eine der Kreaturen taumelte, wurde sie von einem weiteren, deutlich größeren Untoten zur Seite gewischt. Zur Überraschung aller, machte Fuldo diesem Anführer aber sehr schnell den Garaus und erfuhr dafür allseitige Anerkennung.
Durch diesen erfolgreichen Kampf angespornt, beschloss die Gruppe ihre Erkundung der unteren Gänge nach einer kurzen Verschnaufpause weiter fortzusetzen.