Oshury – 02 - 19: Das Grabmal der G'vanes

Oshury – 02 - 19: Das Grabmal der G'vanes

Zwei neue Gesichter schlossen sich der Gruppe auf dem Weg nach Akla an: Der ehemalige Minenarbeiter Heglef und der Barde Hidrechpr (Hidre für seine Freunde). Sie verstärkten Perkin und Grolak, die mit Ciannait und der Amme wieder aus Skaegh aufgebrochen waren.

Am Mittag des 25. Thelgehem kamen sie abermals am Aengus Tempel vorbei. Das Gelände lag ruhig und friedlich vor ihnen. Nur die frisch aufgeworfenen Gräber erinnerten an die blutige Befreiung weniger als zwei Tage zuvor.

Auf dem Weg teilte Hidre mit der Gruppe, was er über Akla wusste. Selbst von dort stammend, war er gerade noch rechtzeitig der Seuche, dort "Zarenzorn" genannt, nach Skaegh entkommen. Nacheinander war ein großer Teil der Bevölkerung der Seuche zum Opfer gefallen. Zunächst fehlte ihnen die Lust aufzustehen, dann vergaßen sie, was sie eigentlich tun wollten. Zuletzt stellten sie das Essen ein. Begonnen hatte das Ganze einige Tage nach der Grablegung von Ursidiol dem Wahnsinnigen, einem Magier, der in Akla geduldet wurde. Er stammte aus einer angesehenen Familie, den G'vanes, die ein Grabmal in der Nähe der Stadt errichtet haten. Dort wurde auch Ursidiol gemäß dem Ritus beigesetzt. Kurze Zeit danach hatte sich das Wasser im Bach blutrot verfärbt und die Seuche ihren Lauf genommen.

Zur fünften Nachmittagstunde sahen sie die gewaltigen Mauern Aklas vor sich. Sie wirkten gerade so, als wären sie erst vor wenigen Jahrzehten errichtet worden. Von einem Hügel herab sahen sie die vergleichsweise klein wirkenden Hütten und Häuser im Inneren des Mauerrings. Dawischen ragten wenige Reste von Ruinen auf, die wohl einst die eigentlichen Gebäude der Stadt gewesen waren. Aus zwei der Gebäude stieg Rauch auf.

Trotzdem entschieden sie sich, nicht nach Akla zu gehen, sondern direkt das Grabmal derer von G'vane aufzusuchen. Von einem alten Turm aus, den Hidre noch aus Kindertagen kannte, sahen sie das Bauwerk aus einer Hügelflanke aufragen. In den Senken um das Grabmal hatte sich rötlicher Schlick und Grünzeug angesammelt. Als sie diesen näher untersuchten, schnellte eine Hand aus dem Morast empor; der Leib eines offensichtlich erst vor kurzem Verstorbenen Dörflers kam zum Vorschein und setzte den Fliehenden nach. Insgesamt fünf Dörfler, allesamt Hidre bekannt, und alle von roten Flecken übersät, nahmen die Verfolgung der Gruppe auf.

Die Fliehenden nutzten eine Grotte, die eigentlich zur Unterbringung frei weidender Schafe bei Unwetter dient, um die wandelnden Toten darin einzusperren. Danach konnten Heglef und Grolak sie recht schnell außer Gefecht setzen. Die Überreste wurden teils mit Pukwudgie-Gift, teils mit Fackeln und Brennholz die Anzeichen der Seuche, die die Leiber der Toten überzogen, entfernt. Grolak gab ihnen ein einfaches "Tschüss!" mit auf den Weg ins Totenreich, während Ciannait einen Segen der Morrigú über dem Scheiterhaufen sprach.

Zur Nacht zog sich die Gruppe auf den Turm zurück, verbarrikadierte diesen so gut es ging und bereitete sich auf den Gang ins Grabmal am nächsten Tag vor.