Oshury – Session 20: Burgbesichtigung mit Hindernissen

Oshury – Session 20: Burgbesichtigung mit Hindernissen
Dieser alte Baum im Grasland irgendwo zwischen Claifen und Skaegh markiert Grolaks Versteck des Dornenhalsreifs

Nach dem Zweikampf lösten sich die Gruppen um den Kampfplatz wieder auf. Die Brüder und Schwestern des Schwurs kehrten nach Claifen zurück, die Worte Peogyds noch in den Ohren. Die Beherrschung fiel von den Ta-bokosh Goblins ab, der merkwürdige Glanz in ihren Augen verschwand und Tekmaneh erklärte Häuptling Shetbax, was vorgefallen war.

Von Siraye 1 und 2 waren nur die Kleidung und Ausrüstung zurück geblieben. Skarild sollte später vergeblich danach suchen. Sie fand lediglich die Stiefel der beiden in einem Gebüsch.

Die Söldner unter Hauptmann Sneidr standen zunächst desorientiert herum. Sie selbst waren wohl nicht unter der Beherrschung durch den Dornenhalsreif gestanden, wussten aber nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer Herrin nicht wohin.

Grolak war nicht am Kampfplatz geblieben, sondern hatte sich direkt in die Büsche geschlagen und mit dem Dornenhalsreif Reißaus genommen. Er hatte ihn zu seinem Schutz in ein Stück Leder gewickelt. Sein Ziel: ein gutes Stück Abstand zwischen sich und alle anderen zu gewinnen, die vielleicht das unheilige Artefakt an sich nehmen wollten. Doch es folgten ihm lediglich die Asja Priesterin Willow O`Hannon und Moli Kerrisk, Ritterin des Ersten Steins, samt ihrem Knappen Cennet Queally. Grolak ließ sie näher kommen. Als Willow ihn aufforderte, den Dornenhalsreif an sie zu übergeben, zögerte er. Doch der vertrauensvolle Blick der Priesterin und ihre Worte überzeugten ihn davon, dass er bei ihr am besten aufgehoben sei. Gemeinsam würden sie nach einem Weg suchen, das Artefakt zu vernichten.

Dann geschah etwas Unvermutetes. Mit einem gurgelnden Geräusch stürzte Willow nach vorn. Das Schwert Molis ragte aus ihrem Brustkorb. Sie befahl Grolak, das Artefakt an sie zu übergeben. Auch ihr Knappe hatte sein Schwert gezogen und griff mit der anderen Hand nach dem Lederbündel. Grolak hielt dagegen, musste zeitgleich aber dem Schwerthieb Cennets ausweichen. Dabei löste sich der Dornenhalsreif aus dem Bündel und fiel ins Gras. Obwohl der sich zwei geübten Kämpfern gegenübersah, deren Schwertern der Goblin nichts entgegenzusetzen hatte, wandte er sich nicht direkt zur Flucht. Er hechtete dem Dornenhalsreif hinterher, schlug einen Haken und rannte los. Geschützt durch sein Kettenhemd, richteten die Schwerter keinen Schaden an. Grolak rannte so schnell wie noch nie. Die beiden anderen hinter ihm her. Doch waren sie weitaus schwerer gerüstet und der Abstand vergrößerte sich rasch. Jetzt überkam ihn plötzlich die Versuchung. Grolak sah sich selbst dabei zu, wie er den Dornenhalsreif anlegte und die nach innen gerichteten Dornen in seinen Hals trieb. Unter großen Schmerzen stemmte er sich gegen die Beherrschung und schaffte es den Halsreif wieder abzulegen. Er blieb nicht stehen, sondern rannte weiter und weiter, bis er nicht mehr konnte. Er hatte seine Verfolger abgeschüttelt.

Nach kurzer Pause lief er weiter in Richtung Skaegh. Dabei überkam ihn ein zweites Mal das Verlangen, den Dornenhalsreif anzulegen. Wieder konnte er sich nur unter weiteren Verletzungen dem Drang widersetzen. Er verwischte seine Spuren im Bachlauf und lief bis ihn seine Beine nicht mehr trugen. Dann beschloss er, das unheilige Artefakt der Asja-Gal zu vergraben. Er ließ sich viel Zeit dabei, um den Ort zu tarnen und unbedingt zu verhindern, dass er gefunden wurde.

Von alldem bekamen die Anderen nichts mit. Die Goblins waren die ersten, die nach lautstarkem Hallo und kurzer Beratung in Richtung Burg aufbrachen. Unsere Gruppe schloss sich ihnen an, um den Goblins nicht die Plünderung der Burg zu überlassen. In einigem Abstand folgten ihnen die Söldner, die ihrerseits auf etwas Beute als Ersatz für den ausstehenden Lohn hofften.

In der Burg angekommen, wurden zunächst die oberen Stockwerke durchsucht. Die Goblins plünderten nicht nur große Teile des Essensvorrats, sondern trugen auch Decken, Teppiche, Kisten, Töpfe und Teller zusammen. Sneidr unterhielt sich mit Peogyd, den die Söldner als den Anführer der Truppe ansahen. Sie handelten aus, dass jeder Söldner 7 GS aus der Kriegskasse erhalten sollte, von der Utshru wusste, dass sie wohl immer noch im Keller auf sie wartete.

Während die Söldner im ersten Stock ihre Habseligkeiten zusammen packten, machte sich der große Teil des Trupps schon auf, um den Keller zu inspizieren. Durch die Bodenluke nach unten stieg die gleiche Zahl an Goblins und der Gruppe mit ihren Begleitern hinab. Darauf hatte man sich zuvor verständigt, um für eine gerechte Verteilung der Beute zu sorgen. Aber zunächst einmal wurde Nathanael gebraucht, um weiter zu kommen: Die Tür in die hinteren Kammern war wie zuvor durch einen elfischen Zauber verschlossen. Nathanael kannte die Reihenfolge, in der die Runen nachgezeichnet werden mussten, um sie gefahrlos öffnen zu können. Nachdem die Tür offen war, stürmten auch direkt die Goblins hinein.

Zunächst wurde der Raum links vom Gang ausführlich durchsucht. Die beiden Truhen darin gaben nach einiger Zeit den hartnäckigen Aufbruchsversuchen nach und zeigten ihren Inhalt: In der einen die Kriegskasse der Granitkönigin, in der anderen sechs Zauberrollen. Während die Goblins begannen, Platin-, Gold-, Silber- und Kupfermünzen zu zählen, schaute sich die Gruppe die Schriftrollen genauer an. Allesamt enthielten sie magische Texte, fünf davon konnten mit den vereinten Sprachkenntnissen gelesen werden, eine blieb ihnen verschlossen.

Da waren die Goblins schon unterwegs zur Schlafkammer ihrer ehemaligen Herrin. Nathanael versuchte zwar noch, so von einer Plünderung abzuhalten, aber sie ließen sich nicht davon abbringen. Der kleine Raum war recht spartanisch eingerichtet: Bett, mit Nachttisch, Schrank und ein Hocker. Nur der Schminktisch, mit Flakons, Tiegelchen und Döschen vollgestellt, gab einen Hinweis darauf, dass hier die Burgherrin gewohnt hatte. Die Goblins interessierten sich aber vor allem für den Kleiderschrank. Doch als sie anfingen, in den Kleidern zu wühlen und ein Seidennachthemd zur gegenseitigen Belustigung anprobierten, griff Zarimbam ein. Er beschwor ein grausliches Wesen direkt aus den Albträumen der Ta-bokosh herauf: eine Riesenschildkröte. Diese war zwar noch recht klein, um in den Schrank zu passen, sie verfehlte ihre Wirkung aber nicht: Wie wenn sie ihren eigenen Tod gesehen hätten, nahmen die Goblins Reißaus. Sie rannten aus der Burg, so schnell sie nur irgend fliehen konnten, dabei einige ihre geplünderten Schätze verlierend.

Erst im Innenhof der Burg kamen sie zum stehen, nur um in einem weiteren Anflug von Panik die Eingangstür zum Turm zu verbarrikadieren. Peogyd, Nathanael und Zarimbam blieben innen zurück, hatten damit aber auch erst einmal Ruhe. Sie durchsuchten Sirayes Kleiderschrank weiter und fanden ein edles Kästchen aus Rosenholz. Darin lag eine merkwürdige Kappe aus feinstem Leder, die wohl ganz eng am Kopf zu tragen war. In der Innenseite waren magische Runen eingestickt. Ein weiteres Stück Stoff und Leder stellte sich als großer Sack heraus. Eingenäht in seinem Inneren befand sich eine weitere kleine Tasche, die ebenfalls mit Runen beschrieben war. Beide Gegenstände schienen wertvoll und von unterschiedlicher Herkunft zu sein.

Unterdessen flüchteten die Goblins mit ihrer Beute aus der Burg und rannten den Hohlweg hinab. Niemand hielt sie mehr auf als sie den Weg Richtung Heimatdorf jenseits des großen Birkenwalds einschlugen. Die Söldner waren längst über alle Berge. So wurde es endlich ruhiger auf der Burg. Die Gruppe zog sich mit ihren Verbündeten ins Turminnere zurück, da die Nacht bereits fortgeschritten war. Von einigen ihrer Begleiter hatten sie nichts mehr gesehen: Willow, Molin und Cerret fehlten. Und auch die drei Räuber, mit denen Siraye aus dem Neuntöterwald nach Claifen gekommen war, ließen sich nicht blicken. Auch keine Spur von Grolak.