Stechpalmen & Rituale
Im Stechpalmenhain angekommen, arbeiteten sich Raffim, Solivai und Yesar, der die alte Glynis Napomi stützte, dem schmalen Pfad folgend zu einer Lichtung vor. Raffim ging voraus und fand in einer Hecke die Tasche von Nita di Camee, die offenbar zuvor mittels Rauchzeichen nach Glynis gerufen hatte. Jetzt war von ihr aber keine weitere Spur.
Plötzlich erhob sich unter gewaltigem Brummen ein Schwarm Bienen von den Blüten der Lichtung und formte eine Kugel aus tausenden Bienenleibern. Sie hielt kurz in der Mitte der Lichtung inne und flog dann den Pfad entlang, den Solivai, Yesar und Glynis gerade entlang kamen. Vom dröhnenden Brummen alarmiert, warf Yesar geistesgegenwärtig seinen Mantel über die anderen und wirkte einen Maske-Zauber, der die Bienen genug verwirrte, um von der Gruppe abzulassen. Doch der betäubend süßliche Blütenduft zusammen mit der Mittagshitze ließen die drei direkt einschlafen.
Raffim untersuchte die Lichtung weiter und fand unter der Stelle, an der sich die Kugel aus Bienen geformt hatte, einen abgehackten Ringfinger im Gras liegen. Der Finger schien zu einer Frau zu gehören, die kaum älter als 50 Jahre sein konnte und trug einen kleinen silbernen Ring mit Onyx. Plötzlich kam unheiliges Leben in den Finger und er attackierte Raffim und fügte ihm einen blutenden Kratzer an der Wange zu bevor Raffim den Finger unter seinem Stiefel zerquetschen konnte.

[Hier machten wir einen Cut zu Pela, da Hansi erst jetzt zum Spiel dazu kam]
Pela war voraus geeilt, um den Hain in Augenschein zu nehmen. Sie fand inmitten des Hains eine Lichtung vor, auf der eine Steinskulptur der Dunklen Mutter stand. In ihrer Opferschale waren noch Reste eines weiteren verbrannten Stechpalmen-Sträußchens zu finden und darunter lag auf dem Boden ein kleines rundes Täfelchen mit dem Bildnis der Dunklen Mutter, wie sie es in Ealas Totenzimmer fanden. Pela hörte von draußen das Wiehern eines Pferdes und einen sich entfernenden Reiter. Diesem nacheilend, erkannte sie eine Reiterin, die die Entführte über den Pferderücken geworfen hatte und in Richtung Yaquir davonsprengte, um kurz danach im Schilfgürtel zu verschwinden.
Wieder vereint, machte sich die Gruppe an die Verfolgung der Entführerin. Sie folgten der Spur bis auf einen morastigen Pfad im Schilf, der sie zu einem verfallenen Boothaus führte. Dort lag bereits eine Schützin auf dem Dach in Deckung und wartete auf Angreifer. Da sie die Gefahr vorzeitiger Entdeckung für zu groß einschätzten, zog sich die Gruppe wieder zurück.
Stattdessen rief Solivai an geeigneter Stelle im Schilf den Geist von Eala Sgirra herbei, um sie zu befragen. Als dieser erschien, wurde schnell klar, dass Ealas Geist unter der Beherrschung von Thargunitoth, der Dämonin des Untodes, stand. So konnte Solivai ihr nur Antworten auf einige wenige Fragen abringen, während aus dem Schilf nebelhafte Schattenwesen emporstiegen und Raffim, Yesar und Pela alle Hände voll zu tun hatten, um sie abzuwehren.
Jetzt war die Gruppe aber um einige Erkenntnisse reicher: Eala sollte als Gefäß der Herbeirufung eines Nirraven, ein mächtiger Diener der Thargunitoth dienen. Der Leuchter und die Entführten sollten dabei als weitere Kraftquellen dienen. Und selbst wenn diese dem Ritual entzogen würden, wäre die Beschwörung noch stark genug, um einen Morcan, einen niederen Diener, der schrecklich Albträume in die Welt bringt, zu beschwören.
Die Gruppe beschloss sofort nach Glynis Napomi zu suchen, um zu verhindern, dass auch sie noch in die Hände der Thargunitoth geriet. Unter dem schattigen Baum, bei dem sie Glynis zurück gelassen hatten, trafen sie diese aber nicht mehr an. Pela fand ihre Spuren, die ebenfalls Richtung Schilf verliefen.
Solivai rannte so schnell sie konnte in die Stadt, stattete Obristin Ferra Capronde Bericht ab und überzeugte diese, ihr trotz der vorrückenden Novadis einen Trupp von drei Soldaten mitzugeben. Am Schilf trafen die Verstärkung dann wieder auf die Gruppe, kurz bevor es gemeinsam ins Schilf in Richtung des Yaquirufers ging, in dem sich alte Schmugglerhöhlen befinden.